Der Kinderchor
Leitung: Claudia Nicolai
Ein Ball macht die Runde in der Alten Pestalozzischule. Im Spiel ist er ein Schatz, und man bekommt ihn nur, wenn man die Zaubertöne trifft genau die gleichen, die das andere Kindvorgesungen hat.
Vorher konnte man die Bekanntschaft mit singenden Dopsbällen, Gummitieren mit Loch
oder Gruselmonstern machen. So lernen die Kinder spielerisch den Umgang mit Atem und Stimme, das Hören und genaue Imitieren von Tönen. Lieder aus aller Welt erklingen, und zur Belohnung für die Konzentration spielen alle ein Abschlussspiel. Durch das offene Fenster hört man die Kinder auf dem Nachhauseweg weiter singen.
Was im Kinderchor passiert
"Mein Kind kann nicht singen“ - das sagen viele Eltern über ihre Kinder, und der Kehrschluss lautet oft:
„ deshalb ist es nicht musikalisch.“
Kinder lernen durch Nachahmung, aber unsere Zeit und unsere Zivilisation bietet ihnen nicht das Vorbild, durch das sie den Zugang zu ihrer Stimme und ihrem Körper als Instrument lernen können. So ist in unseren Hörgewohnheiten vieles zu tief für die Stimme der Kinder: die Popmusik im Radio, aber auch die Stimmen der Erwachsenen.
Daher fehlt vielen Kindern das Vorbild, und mit dem Vorbild der Zugang zur eigenen Stimme. Sobald sie jedoch ihre richtige Stimmlage gefunden haben, können sie leicht richtig und schön singen.
Dabei ist es wichtig, dass eine auf Kinderstimmen spezialisierte Fachkraft die Kinder betreut, weil die Stimmbildung bei Kindern große Sensibilität erfordert.
Singen und die Gestimmtheit des Körpers
Wer fröhlich ist und sich wohl fühlt, singt oft von alleine vor sich hin. Dagegen „verschlägt es einem die Sprache“ oder „stockt einem der Atem“ in unangenehmen Situationen. So drückt sich die Gestimmtheit des Menschen in der Stimme direkt aus und ist durch Übung
veränderbar. Allein die vertiefte Atmung entspannt und harmonisiert.
„Brummer“ und das Treffen von Tonhöhen
Singen erfordert die Koordination verschiedener Muskelgruppen im Kehlkopf. Das Treffen von Tönen gelingt, wenn alle Muskelgruppen aktivierbar sind. Kinder kennen aber oft nur die Muskelgruppen, die für die Sprechstimme verantwortlich sind, und so ist ihr Stimmumfang auf die Sprechstimmlage beschränkt. Sind sie dann die Spannungsverhältnisse nicht gewohnt, die zu einem guten Stimmeinsatz nötig sind, fallen sie als „ Brummer“ auf, obwohl sie meist sehr gut hören, welche Töne zu hell oder zu dunkel sind. Je jünger die Kinder sind, desto leichter kann man dieses Problem durch Stimmbildung und Hörschulung beheben.
Klangvorstellung und Instrumentalspiel
Im Kinderchor lernen die Kinder durch Hören und Nachsingen musikalische Strukturen. Das ist für Kinder der optimale Lernweg, denn er ist frei von „ Kopflastigem“. So merken die Kinder im Kinderchor eigentlich nicht, dass sie lernen.
Geht es dann an das Spielen eines Instrumentes, so hat das Kind schon eine Klangvorstellung, an die es dann anknüpfen
kann. Bei allen Instrumenten gilt, dass das, was der Kopf denkt, auch die Finger spielen können. Gerade Streicher und Bläser profitieren besonders von einer Teilnahme am Chor, da sie die Intonation durch eine innere Vorstellung regulieren müssen. So unterstützt die Teilnahme am Kinderchor auch das Erlernen eines Instruments.
Übereinstimmung mit der Gruppe.
Als Menschen sind wir keine Einzelgänger, und für Kinder ist daher wichtig, sich in eine Gruppe integrieren zu können. Nur so lernen sie die später so oft geforderte Teamfähigkeit. Im Kinderchor sollen die Stimmen zu einem Gesamtklang verschmelzen, und dieses Üben fördert, die eigene Individualität in den Zusammenhang einzuordnen und dadurch etwas Überindividuelles zu erreichen.
Dabei ist jedes Kind gefordert: die Mutigen als Vorbilder und Anführer, und die Schüchternen lernen im Windschatten der anderen, sich zu entfalten und entwickeln Mut und Selbstvertrauen in der unbeobachteten Situation in derGruppe.
Alle Inhalte auf einen Blick:
Sichere Beherrschung der Einheit aus Körper und Stimme als Instrument
Hörschulung
Lernen von Liedern aus aller Welt
Erste Ausflüge in die Zweistimmigkeit mit Kanons
Bilden von ein und mehrstimmigen Klangvorstellungen
Singen als persönliches Ausdrucksmittel
Teamfähigkeit und Integration in die Gruppe
Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein durch das Üben an der Stimme


